Dr. Ursula Vallazza

FA für Kinder- und Jugendheilkunde

2340 Mödling, Wiener Strasse 9/1

Tel.: 02236/ 28 668 – Mobil: 0676/ 6 430 432

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Homepage: www.kinderarzt-moedling.at

UMSTELLUNG auf BEIKOST/„ZUFÜTTERN“

(Dr. Ursula Vallazza)

Sie haben Ihr Kind bis jetzt nur mit Muttermilch bzw. Flaschenmilch gefüttert. Nach dem 4. bis 6. Monat soll man beginnen, dem Baby auch andere Nahrung neben der Milch anzubieten. Dabei wird weiterhin die bis dahin gewohnte Milch gegeben, das Zufüttern erfolgt nur mit dem Löffel. Will das Kind so nicht essen, sollten Sie ein bis zwei Wochen warten und es dann erneut versuchen. Gemüse ins Flascherl zu geben, damit das Kind wenigstens ein wenig davon isst, führt nicht zum Ziel, weil ja das Essen mit dem Löffel gelernt werden soll.

Um Verdauungsstörungen zu vermeiden, empfehle ich: Beginnen Sie mit der Mittagsmahlzeit und füttern Sie erst einige Löffel Frühkarotten und danach geben Sie, wie gewohnt, die Brust oder die Flasche. Die so gegebene Menge Karotten kann täglich gesteigert werden, sodass nach ca. einem Monat eine Milchmahlzeit ersetzt worden ist. Zwei Wochen nach Beginn des Zufütterns kann ein Karotten-Kartoffelbrei gegeben werden, und nach weiteren zwei Wochen kann jeweils schrittweise eine neue Gemüsesorte angeboten werden. Gut eignen sich gekochte Karotten, Kartoffel, Erbsen, Gurken, Kohlrabi, Zucchini, Fenchel, Brokkoli.

 

Ab dem Alter von 6 Monaten braucht Ihr Säugling mehr Eisen als in der Milch enthalten ist. Deshalb sollte jeden 2. Tag ein Gemüse-Fleischbrei gegeben werden. Zusätzlich kann mit etwa 6 Monaten eine zweite Löffelmahlzeit am Nachmittag mit Obst (gekocht, Glas) oder nochmals Gemüse gereicht werden. Ab 7 Monaten darf das Obst auch roh sein: zerdrückte Banane, geschabter Apfel,..

Wählen Sie einheimische Obstsorten (Apfel, Birne, Pfirsich, Marille, Himbeeren und Heidelbeeren). Alle exotischen Früchte (ausgenommen Banane) haben im 1. Lebensjahr keinen Platz. Sie erhöhen das Allergierisiko Ihres Kindes.

Im Alter von 10 Monaten kann das Kind dann langsam (!) beginnen, mit der Familie mitzuessen. Dabei können alle Speisen angeboten werden, die entsprechend zerkleinert werden können (Mixstab) und im Mund des Kindes zu einem Brei werden: Knödel, Nudeln, Kartoffeln, ….... Nur sehr sparsam Salzen und Würzen! Nicht gegeben werden dürfen Speisen, die das Kind nicht selber zerkleinern kann: Apfel- oder Karottenstücke, Wurst, Nüsse, ……

Erst nach dem 1. Lebensjahr sollten Sie Milchprodukte, Eier, Fisch und Nüsse anbieten. Letztere nicht nur wegen der Allergiegefahr, sondern vor allem auch wegen der Gefahr des „Verschluckens“ und damit dem Verschluss der Luftröhre.

Wichtig ist, nur alle 14 Tage ein neues Nahrungsmittel in die Ernährung einzuführen, um bei etwaigen Unverträglichkeiten auf die Ursache rückschließen zu können.

 

Zusammenfassung:

 

Bis 4 bzw. 6 Monate:  

Muttermilch, Pre- oder 1-er Milch

Ab 4 bzw. 6 Monate

Beginn mit Gemüsebrei

Alle 14 Tage eine neue Sorte:

Kartoffel, ......

6 Monate

jeden 2. Tag Gemüse- Fleischbrei

(z.B.: Gläschenkost)

zweite Löffelmahlzeit ( Obst)

10 Monate

langsames Mitessen mit der Familie

 

Als Milch kann weiter die Brust bzw. eine Pre- oder 1-er Milch gefüttert werden, das Umstellen auf Folgenahrung (2-er  bzw. 3-er Milch) ist meistens nicht notwendig.

Völlig ungeeignet ist normale Vollmilch, auch die angebotene „Kinderfrischmilch“ ist keine Säuglingsnahrung!

Sollten Sie noch Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese gerne bei Ihrem nächsten Besuch in unserer Ordination.

 

Verfasser: Dr. Ursula Vallazza, FA für Kinder- u. Jugendheilkunde, Wiener Strasse 9/1, A-2340 Mödling.