|
FIEBER - Was tun?
(Dr. Ursula Vallazza)
Für die meisten Eltern
ist Fieber etwas Bedrohliches, das immer dann eintritt, wenn es nicht
erwartet wird oder abends oder am Wochenende, wenn der Kinderarzt nicht
erreichbar ist.
Tatsächlich ist Fieber
eine der möglichen Reaktionen unseres Körpers gegen Infektionen, die Sie
als Eltern zwar möglicherweise unerwartet, aber nicht hilflos und
furchtsam treffen sollte.
Wann spricht man
überhaupt von Fieber?
Die normale
Körperkerntemperatur beträgt beim Menschen 36,5° C - 37,5° C.
Zwischen 37,5° C und 38° C spricht man von erhöhter Temperatur oder
subfebrilen Werten, darüber von Fieber bzw. über 39° C von hohem
Fieber.
Die Kerntemperatur ist
die Temperatur im Inneren des Körpers, also jene, die Sie im Popo des
Kindes messen. Von diesem Werte muss nichts mehr abgezogen (0,5° C) oder
zugezählt werden. Die Körperkerntemperatur ist jene, die uns
interessiert.
Wann misst man Fieber?
Grundsätzlich – wenn
Ihnen das Kind warm vorkommt. Nicht vergessen sollten Sie allerdings,
dass Kinder auch nach körperlicher Anstrengung (oder längerem Schreien,
manche auch nach dem Schlafen) wärmer sind als sonst. Auf keinen Fall
sollten Sie täglich „routinemässig“ Fieber messen.
Wie misst man richtig
Fieber?
Bei Säuglingen und
Kleinkindern misst man am einfachsten und schnellsten im Popo. Am
besten geht das mit einem digitalen Thermometer, das billig und überall
erhältlich ist. Es piepst, wenn die Messung beendet ist. Sie sollten das
Thermometer vor der Messung anfeuchten oder mit Creme oder Vaseline
gleitfähiger machen. Ohrthermometer messen zwar schneller, sind aber
auch wesentlich teurer. Außerdem erfordert es einige Übung, um zu
richtigen Werten zu kommen, bei ganz kleinen Kindern sind manchmal auch
die Ansatzstücke größer als die Gehörgänge.
Wie geht es dem Kind
mit Fieber?
Kein Kind wird sich mit
Fieber so richtig wohl fühlen, viele Kinder jedoch sind in ihrem
Allgemeinbefinden nicht wesentlich beeinträchtigt. Obwohl Fieber eine
natürliche Reaktion des Körpers auf Infektionen ist, so ist es auf
jeden Fall auch belastend. Stundenlanges, hohes Fieber tolerieren selbst
Kinder nicht gut.
Was ist zu tun?
Wichtig für Sie als
Eltern ist zu beobachten, wie es dem Kind dabei geht, ob und welche
anderen Symptome noch vorhanden sind.
Wichtig sind
auch zusätzliche Informationen:
1. Wie hoch
fiebert das Kind? Ist es unruhig, hat es Schmerzen?
2. Trinkt es oder
hat es erbrochen?
3. Hat es
Durchfall, Stuhlbeschaffenheit und –frequenz?
4. Wie ist die
Hautfarbe, hat es einen Ausschlag?
5. Haben Sie schon
versucht, das Fieber zu senken?
Aus all diesem ergibt
sich Folgendes:
Versuchen Sie, Ihr
fieberndes Kind zu beruhigen. Geben Sie im kühlen Tee zu trinken. Ziehen
Sie nur ein dünnes Nachthemd/Pyjama an. Nur mit einer dünnen Decke
zudecken. Kühle Wadenwickel anlegen/„Essigpatscherln“.
Gelingt es nicht, die
Temperatur durch Kühlung unter 39° C zu bringen, so ist ein
Fieberzäpfchen sehr sinnvoll: es senkt das Fieber fast immer in
erträglichere Bereiche, Ihr Kind wird sich dann wieder wohler fühlen,
ev. vorhandene Schmerzen werden gelindert und das Kind wird einschlafen.
Damit können Sie beurteilen, wann Sie mit dem Kind zum Arzt gehen, weil
jedes fiebernde Kind sollte dem Arzt gezeigt werden, den Zeitpunkt
können Sie bestimmen.
Solange die Kinder genug
Flüssigkeit zu sich nehmen, besteht meist keine Eile, den Arzt
aufzusuchen. Grundsätzlich aber sollten Sie je jünger das Kind um so
vorsichtiger sein. Wenn all diese Maßnahmen nicht geholfen haben, gehen
Sie mit dem Kind sofort zum Arzt, eventuell gleich ins Spital, wenn Sie
ihn nicht erreichen.
Sollten Sie noch Fragen haben,
beantworten wir Ihnen diese gerne bei Ihrem nächsten Besuch in
unserer
Ordination.
Verfasser:
Dr. Ursula Vallazza, FA für Kinder- u.
Jugendheilkunde, Wiener Strasse 9/1, A-2340 Mödling. |